Emotionen im Übergabeprozess: Die unterschätzte Seite der Nachfolge
- marvinass
- 20. Apr.
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Wenn Unternehmensberater über Nachfolge sprechen, geht es meist um Bewertungen und Steueroptimierung. Was dabei fast immer zu kurz kommt: Die emotionale Dimension. Dabei ist sie einer der häufigsten Gründe, warum Übergabeprozesse stocken oder scheitern.
Was wirklich auf dem Spiel steht
Ein Familienunternehmen ist für viele Übergeber nicht nur ein wirtschaftliches Asset. Es ist Identität, Lebenswerk und oft auch der wichtigste soziale Rahmen über Jahrzehnte. WIFU-Forschungen zeigen, dass Übergeber häufig eine ausgeprägte Verlustangst erleben, auch wenn der Nachfolger die eigene Tochter oder der eigene Sohn ist. Das ist keine Irrationalität. Das ist der Preis eines langen Engagements.
Das Loslassen ist ein Prozess, kein Moment
Viele Übergeber unterschätzen, wie lange dieser Prozess dauert. Er beginnt nicht mit der Unterschrift unter dem Übergabevertrag, sondern Monate oder Jahre vorher. Und er endet nicht an dem Tag, an dem der Schlüssel übergeben wird. Wer sich das eingesteht, kann aktiv damit umgehen.
Was hilft: Reden, strukturieren, begleiten
Drei Dinge helfen in der Praxis am meisten: Erstens, die eigenen Gefühle benennen und im Übergabeprozess explizit Raum dafür schaffen. Zweitens, eine klare Rollentrennung vereinbaren. Drittens, professionelle Begleitung einzuholen, die nicht nur den Vertrag schreibt, sondern das System begleitet.
Fazit
Emotionen im Übergabeprozess sind kein Luxusproblem. Sie sind ein unternehmerisches Risiko, wenn sie unausgesprochen bleiben. Und sie sind eine Ressource, wenn man sie bewusst einbezieht. #Co-Denker
QUELLEN
WIFU: Forschung zu Emotionen und Identität im Übergabeprozess
KMU Forschung Austria: Übergabehemmnisse in österreichischen Familienunternehmen
Notariatskammer KMU-Studie 2025: 49% ohne Nachfolge trotz Übergabewunsch

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