Die ersten 100 Tage als Nachfolger: Was wirklich zählt
- marvinass
- 27. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Der Unterschied zwischen einem gelungenen Übernahmeprozess und einem schwierigen liegt selten in der Strategie. Er liegt in den ersten 100 Tagen nach der Übergabe. Wer diese Phase bewusst gestaltet, legt das Fundament für alles was danach kommt.
Warum die ersten 100 Tage anders sind
In Familienunternehmen ist die Nachfolge nie nur ein betrieblicher Vorgang. Sie ist ein sozialer Prozess, der das gesamte System berührt. WIFU-Forschungen zeigen, dass in dieser Phase informelle Autorität oft wichtiger ist als formelle Entscheidungsgewalt. Wer den Unterschied kennt, gewinnt Zeit.
Zuhören ist keine Schwäche
Die ersten Wochen sind eine einmalige Gelegenheit, zuzuhören ohne sofort Antworten geben zu müssen. Mitarbeitende, die seit Jahren im Unternehmen sind, tragen implizites Wissen das in keiner Übergabemappe steht. Wer dieses Wissen anzapft, vermeidet teure Fehler und gewinnt Verbündete.
Rolle vs. Aufgabe
Viele Nachfolger kennen ihre neuen Aufgaben gut. Aber die Rolle ist etwas anderes. Bist du jetzt Chef, obwohl du bis letzte Woche Kollege warst? Wie gehst du damit um, dass dein Vater noch jeden Tag im Betrieb ist? Diese Fragen bestimmen, wie Entscheidungen angenommen werden und wie Vertrauen wächst.
Was du konkret tun kannst
Führe in den ersten vier Wochen Einzelgespräche mit allen Schlüsselpersonen. Nicht um Entscheidungen zu treffen, sondern um zu verstehen. Kommuniziere in Woche acht, was du gelernt hast und wohin du willst. Das schafft Vertrauen und eine gemeinsame Basis.
Fazit
Die ersten 100 Tage sind kein Test. Sie sind eine Gestaltungsphase. Wer sie mit Neugier und Offenheit angeht, schafft die Grundlage für eine Übergabe, die wirklich gelingt. Genau dafür bin ich da. #Co-Denker
QUELLEN
WIFU (Wittener Institut für Familienunternehmen): Forschung zu Nachfolge und Führungsübergang
WKO Österreich: Betriebsübergabe Leitfaden
KMU Forschung Austria / BMWET: 52.500 Übergaben bis 2034

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